„Orange your City" in Braunschweig

Vom 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, rief UN-Women weltweit zu Aktionen gegen Gewalt an Frauen auf. In Braunschweig wurde das Staatstheater vom 5. bis zum 10. Dezember 2019 orange beleuchtet.
Zu einer symbolischen Aktion unterstützt von Zonta-Regenschirmen lud der Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen, dem verschiedene Braunschweiger Beratungsstellen, das Frauenhaus und die Gleichstellungsbeauftragte angehören, ein. Gemeinsam mit Hausherrin Dagmar Schlingmann, Generalintendantin des Staatstheaters, mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und dem Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig Axel Werner, sowie der Sonderdezernentin für häusliche Gewalt bei der Staatsanwaltschaft, Katrin Heiland, wurde die Situation in Braunschweig vorgestellt.
Ab 16 Uhr wurde das Staatstheater orange beleuchtet und die Teilnehmenden demonstrierten mit orangenen Zonta-Regenschirmen ihr Nein zur Gewalt an Frauen. Damit schließen sie sich dem weltweiten Protest an. Orange your City ist eine Aktion von UN Women. Gebäude und Wahrzeichen werden rund um die Erde in Orange getaucht, unter anderem das Rathaus in New York City, die Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt und der Europäischen Kommission in Brüssel und jetzt das Staatstheater in Braunschweig.

„Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen der Welt. Sie betrifft jede dritte Frau," benannte Gudrun Meurer-Hageroth vom Frauenhaus Braunschweig die Häufigkeit geschlechtsspezifischer Gewalt. Diese hat viele Gesichter und wirkt sich auf alle Lebensbereiche der betroffenen Frauen und Mädchen aus.
Die Kampagne „16 Days of Activism Against Gender Violence" wurde 1991 ins Leben gerufen. Sie beginnt jedes Jahr am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, und endet am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Während der „16 Days of Activism Against Gender Violence" finden weltweit unterschiedliche Veranstaltungen statt.
„Wir unterstützen diese Aktion, um auf die gravierende Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen und die Menschen wachzurütteln. Und wir wollen die betroffenen Frauen und Mädchen ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich zur Wehr zu setzen, Beratungsstellen aufzusuchen und Hilfe anzunehmen", so Michaela Picker, Präsidentin des Zonta-Clubs Braunschweig.

Hintergrund: Frauen und Mädchen sind in aller Welt Opfer von Gewalt – auch in Deutschland: Nach einer WHO-Studie aus dem Jahr 2013 erleben weltweit 35 Prozent aller Frauen körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt in ihrer Partnerschaft oder durch ihnen nahestehende Personen. Dabei wird Gewalt oft im vertrauten Umfeld ausgeübt. In Deutschland sind in 2016 laut Bundeskriminalamt (BKA) bei rund 15.000 Straftaten von sexualisierter Gewalt 93 Prozent der Opfer Frauen. Mehr als jede zweite erfasste Tat (58,1 Prozent) wurde von Verwandten oder näheren Bekannten ausgeübt.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der am weitesten verbreiteten Verletzungen der Frauenrechte. Sie umfasst viele Formen von Gewalt: z. B. häusliche Gewalt, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Zwangsheirat und Kinderehe, Genitalverstümmelung, Stalking, Zwangsprostitution, sexuelle Belästigung. Viele Opfer schweigen aus Scham oder aus Angst vor weiterer Gewalt – oder in dem Glauben, dass sie nicht zu ihrem Recht kommen. Sogenannte „Dunkelfeldstudien" belegen, dass die Dunkelziffer bei Straftaten von sexualisierter Gewalt erheblich höher ist. In Niedersachsen wurden 2014 beispielsweise nur 7 Prozent der Sexualstraftaten angezeigt, aber 94 Prozent der Autodiebstähle.

Bildnachweis: Stadt Braunschweig/ Daniela Nielsen.